In der Frankfurter Innenstadt feiern Tausende Fans den großen Coup von Eintracht Frankfurt im Europa-League-Finale. Nur die Eurohelden kamen zu spät. Der Autokorso des Teams gerät ins Stocken.
Frankfurt/Main - Die zigtausenden enthusiastischen Fans von Eintracht Frankfurt sind bei wolkenbruchartigen Regenfällen auf eine harte Geduldsprobe gestellt worden.
Auf dem Weg vom Flughafen zum Römerberg hatten viele Anhänger und Schaulustige das Fortkommen des Autokorsos mit den Eurohelden verzögert. Einen Tag zuvor hatte der Fußball-Bundesligist das Finale der Europa-League in Sevilla mit 5:4 im Elfmeterschießen gewonnen. Seitdem herrschte in der Mainmetropole Ausnahmezustand. Insgesamt waren 100.000 Anhänger zur Party in der Innenstadt erwartet worden.
Die Anhänger des Bundesligisten mit der Adresse „Im Herzen von Europa“ wurden nicht nur klitschenass. Sie mussten sich auch nach Eintreffen der Mannschaft in Geduld üben, bis sich Elfmetertöter Kevin Trapp oder Rafael Borré, der den letzten Ball vom Punkt einschoss, auf dem Balkon zeigten. In einer Feierstunde im Kaisersaal des Rathauses würdigte die Stadt den grandiosen Erfolg der Eintracht mit dem Eintrag ins Goldene Buch. „Ein Traum wird wahr.
Der erste Gewinn eines europäischen Titels nach 42 Jahren verschafft nicht nur Frankfurt Strahlkraft, sondern auch dem deutschen Fußball mehr das Ansehen und dem Traditionsclub mit inzwischen 100.000 Mitglieder viel Auftrieb. Nicht auszudenken, wenn die Eintracht, die durch den Europacup-Sieg in die Champions League einzog, auch am 10. August beim Supercup für Furore sorgt. Dann heißt der Gegner in Helsinki FC Liverpool oder Real Madrid.
Nach Abpfiff des Endspiels war zugleich Anpfiff für die große Party der außer Rand und Band geratenen Eintracht-Anhängern in den Kneipen und Straßen der hessischen Landeshauptstadt gewesen. Die Jubelschreie, Fangesänge und das unentwegte Hupkonzert der Autos wollten bis zum Morgengrauen kein Ende nehmen. Allein rund 60.000 Fans hatten im Frankfurter Stadion beim Public Viewing das Jahrhundertspiel für die Hessen erlebt.